Johanniskraut

Johanniskraut, echtes
Lat. Name: Hypericum perforatum
Familie: Hypericaceae / Johanniskrautgewächse
Unterfamilie:
Gattung: Johanniskräuter
Fundort: Wildkräuterei, 02.09.2018

Standort: in der Sonne. Es verträgt keinen schattigen Standort.
Blüte: um den Johannistag , 24. Juni, herum. Juni bis August. Dann wird auch geerntet, da die Pflanzen anschließend anfälliger für Fressfeinde werden.
Vorkommen: Die Pflanzengattung Johannsikraut ist fast weltweit verbreitet und umfasst etwa 490 Arten. Heilkräftig ist aber nur das echte Johanniskraut. Man erkennt es daran, dass es wesentlich kleinere Blätter hat als die übrigen Arten, die zudem winzig kleine Punkte haben. Diese sehen wie Löcher aus; tatsächlich handelt es sich aber um Öldrüsen. Die Pflanze ist mehrjährig (sommergrüne Schaftpflanze).

Nutzung: als Rotöl zur Behandlung von Verletzungen, als Droge zur Therapie von leichten bis mittelschweren depressiven Verstimmungen.
Inhaltsstoffe: Die getrockneten Blüten des Behaarten Johanniskrauts enthalten bis zu 1,4 % des roten Farbstoffes Hypericin („Johannisblut“).
Zur Herstellung von Rotöl erntet man nur die Blüten, gießt diese mit Olivenöl auf, und stellt das verschraubte Glas in die Sonne. Täglich schütteln, damit es nicht schimmelt. Rotöl hilft bei Hexenschuss, Gicht, Rheuma, zur Schmerzlinderung nach Verrenkungen und Verstauchungen, zur Wundheilung (Johanniskraut wirkt entzündungshemmend), bei Blutergüssen und Gürtelrose verwendet, kann aber auch innerlich angewandt werden. Auch werden Sonnenbrand und Verbrennungen gelindert. Das Johanniskrautöl gilt als nicht reizendes, „kaltes Öl“.[31] Man gewinnt es, indem man Johanniskrautblüten zwei Monate lang in kaltgepresstes Oliven- oder Sonnenblumenöl einlegt, gelegentlich kräftig schüttelt und in der Sonne stehen lässt. Diesen Vorgang nennt man Mazeration.
Als Tee getrunken wirkt Johanniskraut beruhigend. Man verwendet Blätter und Blüten als Tee. In komprimierter Form werden aus Johanniskraut stimmungsaufhellende Medikamente hergestellt. Johanniskraut erhöht – über einen längeren Zeitraum eingenommen – die Lichtempfindlichkeit der Haut.
Die Wirkung der Johanniskraut-Präparate soll auf die chemisch definierten Substanzen Hyperforin und Hypericin zurückzuführen sein. Diese bewirken eine geringe bis mittelstarke cerebrale Wiederaufnahmehemmung von Serotonin, Noradrenalin und Dopamin; dies sind bekannte Wirkmechanismen synthetischer Antidepressiva. Die Wirksamkeit von Johanniskraut in der Therapie der Depression ist allerdings umstritten. Es gibt sowohl klinische Studien, die eine Wirksamkeit feststellten, als auch solche, die keine Überlegenheit gegenüber Placebo zeigen.
In hoher Dosierung wirkt es u. U. stark phototoxisch.
Historische Verwendung:
Früher flochten Mädchen am Johannistag Kränze aus dem blühenden Kraut. Wer um das Johannisfeuer tanzte, musste einen Kranz aus Johanniskraut, die Johanniskrone, tragen. In dieser Nacht wurden auch Zweige davon ins Wasser gestreut und das Mädchen sah im Aufblühen der verwelkten Blüten, wie es im kommenden Jahr mit dem Objekt der Begierde aussehen würde.
In Oberösterreich legten Bauern dem Brauch nach Johanniskraut zwischen zwei Scheiben Brot und reichten es dem Vieh zum Fressen, damit die Tiere von Krankheiten verschont blieben.